Die Farbe der Stille … und: Wege entstehen, in dem ich sie gehe!

Welche Farbe hat die Stille?“

Diese Frage stellte ich vor einigen Monaten meiner Clientin Elke Schlichtig – Grafikdesignerin und Farbcoach (www.corporate-line.de) . Nun spielte Elke sie mir zurück, für ihren nächsten Blogbeitrag.

Ich nehme mir den Raum, dieser Frage in Stille nachzuspüren … stelle verschiedene Bezüge zu Naturerlebnissen her: ein nebliger Novembertag, eine dunkle sternenklare Nacht, die Wüste zu jeder Tages- und Nachtzeit, schneebedeckte Berge, ein Sommerabend mit Lieblingsbuch und Rotwein auf dem Balkon. Allesamt äußere Spiegel, die mich innerlich ruhig werden lassen. Verbunden damit sind verschieden Farbeindrücke – von grau über tiefes dunkelblau, von orange über weiß, bis dunkelrot.

Doch eigentlich, so spricht es immer wieder in mir, hat Stille nur eine Farbe: SCHWARZ!

Schwarz nimmt alles zurück, bietet keinerlei Ablenkung, zentriert ebenso leicht und klar, wie manchmal auch fast brutal. Konfrontierend. Schwarz führt mich zurück an meinen Ursprung: Ich BIN.

Und dennoch lässt dieser schwarze Urgrund jede andere Farbe in einer einzigartigen Strahlkraft ihre Präsenz entfalten. Wie fruchtbare Erde, die neue Lebendigkeit schenkt. Die Prachtvolles erblühen lässt. In die so gleichsam alles Leben zurückkehrt.

Genau diese Qualität hat auch Stille für mich. Sie nimmt alles und sie schenkt alles.

Deswegen ist sie so wesentlich für uns Menschen, die wir in der Berufswelt zur permanenten strahlenden Sichtbarkeit aufgefordert sind. Bewusste Momente der Stille, der Dunkelheit, sind der heilsame Gegenpol für echte Präsenz im Außen. Nur so entsteht Erfolgsbalance©!

Ich erlebe die Stille, besser ich zelebriere sie, in dieser regnerischen August-Woche voller Freude: Ich gehe offline! Gekleidet in meinen schwarzen Kaftan, der mich mit neuem sehr kurzen Haarschnitt fast wie eine buddhistische Nonne aussehen lässt, denke ich beim kurzen Blick in den Spiegel, breite ich seit Sonntag jeden Morgen eine ebenfalls schwarze Tagesdecke auf meinem Bett aus: mein meditatives Auszeit-Lager.
Dort nehme ich Platz. Übe mich Immer und immer wieder im bewussten Atmen, spüre nach, lasse meine Gedankenpferdchen einfach galoppieren, ohne zu bewerten oder mich zu maßregeln. Von Zeit zu Zeit notiere ich, was mir in den Sinn kommt. Manchmal Worte, manchmal Skizzen. Alles darf, nicht muß. Welch ein Geschenk, singt mein Herz!

Intuitiv nehme ich mein Logbuch (so nenne ich mein Tagebuch) zur Hand, studiere die Einträge zu Erlebnissen und Erfahrungen der vergangenen siebeneinhalb Monate. Welch ein Fülle, erklingt es in meiner Seele!

Und nun? So fragt mein Verstand.
Nun gehen wir in den nächsten Tagen mit all dem, was sein will, auf Wanderschaft, lädt mich meine geistige Führerin freudig ein! Wir lebenspilgern durch Wiesen, Orte und Wälder – und finden, was jetzt unternehmerisch in die Welt getragen werden will!
SENTIDO … das spanische Wort mit zwei Bedeutungen – für Richtung und Sinn – begleitet meinen Lebenspilgerweg, diesmal auf dem Pfad des Jakobsweges von Freising über Dachau bis zum Ammersee.

„Moment!“ – ich erinnere, dass ich ja bereits von Garching aus losgehen kann. Direkt vor meiner Haustür beginnt der Weg, der mich durch die Auen entlang der Isar bis nach Freising führt. Häufig machen wir uns das Anfangen eines Vorhabens doch dadurch schwer, dass wir glauben erst noch Bedingungen erfüllen zu müssen, bevor zum Eigentlichen kommen: die bekannten „um-zu“-Aufgaben. Anstatt uns zu fragen, was ist der nächste Schritt – von dort aus, wo ich jetzt stehe! Und so bleibt nur noch, meinen Rucksack zu packen. Drei Tage will ich unterwegs sein, so weit gehen, wie ich eben komme.

Denn: Wege entstehen, in dem ich sie gehe.

Mehr über das SIGNET, welches diesen Blogbeitrag eingangs schmückt, erzähle ich Ihnen nach meiner Rückkehr :-)

Herzlichst, Ihre Danielle G. Löhr

 

 

 

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